Theateraufführung "Die Bremer Stadtmusikanten" in der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) in Leonberg

Werkstatt für behinderte Menschen in Leonberg - Theateraufführung die Bremer Stadtmusikanten

Higlight des traditionellen Sommerfestes mit Tag der offenen Tür in der Werkstatt Leonberg, Böblinger Straße 28 (Atrio Leonberg GmbH) war eine Theateraufführung des bekannten Märchens der Gebrüder Grimm: „Die Bremer Stadtmusikanten“. Einstudiert wurde dieses Stück von Mitarbeitern der logopädischen Praxis des „ Institut FON“ aus Ditzingen. Die Theatergruppe in Leonberg basiert auf dem Hintergrund der Forderung nach Inklusion in der Pädagogik, d. h. Wertschätzung und Anerkennung von Verschiedenartigkeit.

Somit ist der Pädagoge herausgefordert, sowohl für das Material und die Herstellung der Kostüme, als auch die Spieltechniken und die Aufarbeitung jeweils die angemessene Form entsprechend der Konstitution des Klienten zu finden. Das bedeutet, dass z. B. Brillenträger oder Spieler mit Ängsten, die Maske auch auf der Vorderseite des Körpers tragen können.


Die Bühne ist ein Schutzraum und ein Experimentierraum, die den Schauspieler in eine Welt voller Geheimnisse führt. In diesem Raum wird eine Schwellensituation erlebt, d. h. von einer Realität in eine andere. Die Zuschauer sowie das Publikum sind wichtige Teile dieses Schutzraumes (als Container). Theater spielen ermöglicht den Teilnehmern im „Als-ob-Spiel“ alle Dimensionen menschlichen und universellen Lebens darzustellen und Verdrängtes im Spiel zu ersetzen. Durch Spielen und schöpferisches Handeln kommt es zur Prägnanzgewinnung mit Erlebnis der Ganzheit und Dreidimension und somit zur Erweiterung der Erlebnisqualität

Für sehr wichtig halten wir die Arbeit mit Masken, da seelische Reifungs- und Wandlungsprozesse (Individuation) im Maskenspiel heilbringend erfahren werden können. Das lateinische Wort für Maske heißt Persona. C. G. Jung griff diesen Ausdruck Anfang des 20. Jahrhunderts auf und erläuterte ihn als die bewusst dargestellte Wesensseite der eigenen Person, und J. Jakobi bezeichnete dies als Seelenmaske des Menschen. Grundstock des Maskenherstellens ist die sog. Rohmaske aus Ton. Bei diesem Prozess des haptischen Tuns kann der „inneren Kreativität“ freier Lauf gelassen werden.

FON Logopädie - Aufführung der Bremer Stadtmusikanten beim Sommerfest in Leonberg FON Logopädie - Aufführung der Bremer Stadtmusikanten beim Sommerfest in Leonberg

Der renommierte Neurowissenschaftler und Lernforscher Manfred Spitzer bezeichnet explizit die Hand als verlängertes Gehirn mit neuen Möglichkeiten von Synapsenbildung; und zwar bei allen Menschen, unabhängig von Alter oder Entwicklungszustand.

Das Schlüpfen in eine andere Identität erhöht enorm das Selbstbewusstsein – so können im Schutz der Maske und Bühne sowie durch Erweiterung der Erlebnisqualität vor allem Hemmungen abgebaut werden